Haarausfall: Ursachen und Behandlung

Erbanlagen, Stress, Hormone? Ob Mann oder Frau, wenn sich das Kopfhaar lichtet, handelt es sich um Haarausfall. Die Ursachen sind zahlreich, aber häufig schwer zu identifizieren.

Haarausfall und seine Ursachen beginnen beim Lebenszyklus der Haare

Um den Prozess des Haarausfalls und seine Ursache vollständig zu verstehen, müssen wir den Zyklus des Haarwachstums genauer betrachten. Menschliche Haare wachsen nach einem natürlichen Kreislauf, der sich durch Phasen der Regression (Rückgang der Haare) und Regeneration (Erneuerung der Haare) auszeichnet. Dermatologen unterscheiden insgesamt drei Phasen des Haarwachstums:

1. Wachstumsphase (Anagenphase)

Die anagene Phase ist mit dem Haarwachstum verbunden. Während dieser aktiven Wachstumsphase vermehren sich die Matrixzellen der Haarzwiebel. In der Kopfhaut bilden sich Haare im Haarfollikel aus, die länger und dicker werden. Diese Phase, in der das Haar pro Monat einen Zentimeter wächst, dauert im Durchschnitt zwei bis sechs Jahre.

2. Übergangsphase (Katagenphase

In der katagenen Phase wird der Haarfollikel inaktiv, weil die Haarwurzel nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wird und schrumpft. In dieser Übergangsphase hören unsere Haare für einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Wochen auf zu wachsen.

3. Ausfallphase (Telogenphase)

Während der letzten Phase des Haarzyklus wird die Stoffwechselaktivität der Haare eingestellt, sodass diese verkümmern und ausfallen. An ihrer Stelle wachsen in einem normalen Kreislauf einfach neue Haare nach. Ein Haarausfall von etwa 60 bis 100 Haaren am Tag ist laut Dermatologen absolut normal.

Wenn der Haarzyklus gestört ist…

Ist dieser Kreislauf des Haarwachstums allerdings durch bestimmte Ursachen gestört, kann es zu einem beschleunigten Ablauf oder einer verkürzten Wachstumsphase kommen. Die Folge? Haarausfall. Bei einer Untersuchung kann ein Dermatologe feststellen, in welcher Phase sich Ihre Haare befinden und daraufhin auf Ursachenforschung für Ihren Haarausfall gehen.

Genetische Ursachen für Haarausfall: Androgenetische Alopezie

Eine der häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Männern und Frauen sind die Gene. Erblich bedingter Haarausfall kann sehr früh auftreten, etwa schon ab einem Alter von 20 Jahren.

Experten sprechen von androgenetischer Alopezie, die beim Mann bis zur kompletten Kahlheit (Glatze) fortschreiten kann. Sie beginnt an der Stirn und im Schläfenbereich. Es entstehen zunächst sogenannte Geheimratsecken, bevor sich der Haarausfall auf den Rest des Kopfes ausbreitet.

Weibliches Haar reagiert anders und der Haarausfall mit genetischer Ursache zeigt sich gleichmäßig verteilt. Es kommt zu diffusem Haarausfall mit einer Lichtung des Haupthaares. Frei übersetzt bedeutet Androgenetische Alopezie “Haarausfall durch männliche Hormone” und beschreibt damit im Prinzip die Ursache. Erbbedingt besteht eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem männlichen Sexualhormon DHT (Dehydrotestosteron), was letztlich zum Haarverlust führt. Dies gilt für beide Geschlechter.

Haarausfall und Stress: Wie sind die Zusammenhänge?

Genau wie unsere Haut sind auch unsere Haare sehr empfindlich gegenüber Stress. Ob psychischer, emotionaler oder physischer Stress spielt dabei keine Rolle. Häufig fallen die Haare nach einem bestimmten Ereignis wie einem emotionalen Schock aus.

Doch wie wirkt sich Stress genau auf den Haarzyklus aus?


Forscher haben festgestellt, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen Haarausfall und Stress gibt. Bei stressbedingtem Haarausfall werden die Neuronen in der Nähe der Haarfollikel aktiviert und lösen eine Entzündung aus, die das Haar ausfallen lässt. Tatsächlich ist erwiesen, dass die Zellen in der Kopfhaut bei plötzlichem oder intensivem Stress Neurotransmitter (Substanz P) freisetzen, die eine akute Entzündungskaskade auslösen. Diese hemmt und stört den normalen Kreislauf des Haares: Es tritt vorzeitig in die Telogenphase ein, was drei bis vier Monate nach dem auslösenden Faktor zu plötzlichem Haarausfall führt. Dieser reaktionäre Haarausfall (Fachbegriff: Akuter Telogen-Effluvium) hält üblicherweise nicht länger als sechs Monate an.

Identifikation von Stressoren

Erst wenn Sie den auslösenden Stress identifiziert haben, können Sie ihn beseitigen. Das trifft insbesondere dann zu, wenn der Haarausfall plötzlich nach einer "Stresswelle" auftrat und Sie den Haarwuchs wieder ankurbeln wollen.

Achtung: Stress ist nicht gleich Stress.

  1. Es gibt täglichen Stress wie Schwierigkeiten, das Berufs- und Privatleben unter einen Hut zu bringen, Burnout, Müdigkeit, geistige Arbeitsbelastung usw.
  2. Und dann gibt es Stress aufgrund eines schweren psychologischen Schocks wie dem Tod eines geliebten Menschen. Beide Arten können sich nachteilig auf Ihre Kopfhaut und Ihre allgemeine Gesundheit auswirken.
  3. Eine weitere Form von Stress umfasst physischen Stress, der speziell bei Frauen keine Seltenheit ist. Dieser Stress hängt mit Pflege und Styling zusammen. Heiße Glätteisen, Föhn, Färbungen und auch zu eng gebundene Zöpfe stressen Haare ebenfalls und können die Ursache für (lokalen) Haarausfall sein.

Behandlung bei stressbedingten Haarausfall

Das wichtigste ist, vor der Haarausfall-Behandlung den Stress zu beseitigen. Um den Haarwuchs anschließend zu unterstützen, sind Nahrungsergänzungsmittel mit wichtigen Nährstoffen wie ANACAPS von Ducray, die das Haar von innen heraus kräftigen, sinnvoll.

Um das Nachwachsen der Haare zu stimulieren, sollten auch nährstoffreiche Shampoos wie das ANAPHASE+ Ergänzungsshampoo gegen Haarausfall von Ducray Anwendung finden. Die Zusammensetzung stärkt das Haar und versorgt die Haarwurzel mit essentiellen Nährstoffen.

Haarausfall durch Medikamente und Arzneimittel

Im Beipackzettel vieler Medikamente steht Haarausfall als mögliche Nebenwirkung. Gerne werden diese Nebenwirkungen vom Patienten überlesen, aber viele Arzneimittel haben verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit und das Aussehen der Haare. Durch Medikamente bedingter Haarausfall wird von Ärzten als medikamenteninduzierte Alopezie bezeichnet.

Die bekannteste Behandlung, bei der es zum Verlust von Haaren am ganzen Körper kommen kann, ist die Chemotherapie im Rahmen einer Krebsbehandlung. Dies ist jedoch nicht die einzigen medikamentöse Ursache für Haarausfall. Einige häufigere Medikamente können ebenfalls Alopezie verursachen.

Schilddrüsenerkrankung und Mangelernährung als Ursache für Haarausfall

Eine Schilddrüsenerkrankung ist ebenfalls häufige Ursache für chronischen Haarausfall nach der Telogenphase. Doch auch eine nährstoffarme Ernährung kann an der Entstehung von Haarausfall beteiligt sein. Meist ist eine falsche Ernährung nicht der Alleinverursacher von ausfallendem Haar, sie bedingt aber womöglich eine Fehlfunktion des Körpers oder verursacht eine Krankheit, die letztlich für den Haarausfall verantwortlich ist.

Häufig ist Blutarmut eine Ursache von Haarausfall, die auf einen Mangel an Eisen im Körper zurückzuführen ist. Eisenhaltige Lebensmittel wie Leber, Weizenkleie, Kürbiskerne oder Sojabohnen können Abhilfe schaffen.

Haarausfall bei Frauen wird häufig durch Hormone verursacht

Hormonelle Veränderungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Frauen. Beispielsweise kann ein hormonelles Verhütungsmittel (z.B. Pille) zum Haarausfall beitragen. Mehrere Fälle haben einen Zusammenhang zwischen dem Absetzen der Pille und dem Haarausfall gezeigt. Das Absetzen bestimmter Verhütungsmittel kann sich positiv auf die Haarqualität auswirken, während andere einen diffusen Haarausfall verursachen. Dieser Haarausfall ist nicht auf bestimmte Bereiche beschränkt, sondern breitet sich über den gesamten Kopf aus. Auch Hormonschwankungen im Wochenbett nach der Geburt eines Kindes führen bei einem Drittel der Mütter zu Haarausfall. Als Ursache wurde der Abfall des Östrogenspiegels nach der Schwangerschaft festgestellt.

Vielfältige Ursachen von Haarausfall

Stress, Genetik, Medikamente, Ernährung oder Hormone? Es gibt viele Auslöser, die den Haarzyklus stören und das Ausfallen unserer Haare begünstigen. Wichtig ist, dass Sie gemeinsam mit einem Dermatologen den Ursachen auf den Grund gehen, um anschließend einen Behandlungsplan aufzustellen.

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