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Was tun bei kreisrundem Haarausfall?

Der kreisrunde Haarausfall, beziehungsweise Alopecia areata, gehört zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen mit Haarausfall. Obwohl in Deutschland über eine Millionen Menschen davon betroffen sind, ist die Ursache noch nicht völlig geklärt.

Was genau ist kreisrunder Haarausfall?

Bei der Erkrankung mit Alopecia areata entstehen meist plötzlich runde kahle Stellen auf dem Kopf, die Erkrankung kann allerdings auch in Schüben verlaufen. Manchmal tritt kreisrunder Haarausfall außerdem im Gesicht auf, wie an den Wimpern, den Augenbrauen, beim Mann im Bart oder an der Behaarung des Körpers. Außerdem kann beim sogenannten Ophiasis-Typ der Haarverlust im Nacken beginnen und sich rundherum um den Haaransatz entlang ziehen. Der Kopf, beziehungsweise die Kopfhaut, ist allerdings die am häufigsten betroffene Körperpartie.

Wie sehen die Symptome bei kreisrundem Haarausfall aus?

Die Haare fallen an lokal begrenzten Arealen aus und hinterlassen runde oder fleckenförmige kahle Stellen, an deren Rand meist kurze, abgebrochene Haare stehen bleiben, die zur Pore der Kopfhaut hin dünner werden. Diese Härchen bezeichnet man deshalb auch als Ausrufezeichen- oder Kommahaare. Die runden, kahlen Bereiche weisen dabei keine Veränderungen der Haut auf, wie beispielsweise eine Entzündung und sie jucken auch nicht.

Die Erkrankung kann dabei sehr unterschiedlich verlaufen. Dazu gehört entweder ein einmalig auftretender kleiner Herd mit Spontanremission oder multiple größere Herde, häufig ineinander übergehend und über Jahre persistierend, oder es handelt sich um nebeneinander liegende wechselnde Abschnitte, die wieder zu wachsen, um an anderer Stelle neu zu entstehen. Im schlimmsten Fall reicht das Krankheitsbild bis zu einer Jahre anhaltenden völligen Haarlosigkeit.

Die gute Nachricht ist, dass bei einem Drittel der Betroffenen die Haare nach sechs Monaten wieder nachwachsen und bei 50 bis 80 Prozent nach zwölf Monaten der Spuk vorbei ist. Die schlechte lautet, dass der Haarverlust zurückkehren kann und bei manchen sich ohne Behandlung nicht bessert. Ein Dermatologe muss die Diagnose stellen und wird dabei auch die Finger- und Fußnägel, sowie den gesamten Körper und die Poren der kahlen Bereiche mit einem sogenannten Dermatoskop untersuchen. Eventuell auftretende Symptome verraten ihm, welche Art der Alopecia areata vorliegt und lassen eine vorsichtige Prognose zu, ob eine Spontanheilung wahrscheinlich ist oder nicht. Denn einige Faktoren mindern die Aussicht auf diese.

 

Zu den Faktoren die gegen eine Spontanremission sprechen gehören:

  • Die Erstmanifestation findet in jungen Jahren, also unter 21 Jahren statt

  • Die Nägel weisen Symptome auf

  • Alopecia areata tritt in der Familie gehäuft auf

  • Eine Autoimmunerkrankung liegt vor

  • Eine Erkrankung des Ophiasis-Typus liegt vor

 

Zu den positive Nachrichten gehört es, wenn die Poren der kahlen Stellen nicht verschlossen sind, da dann ein Nachwachsen der zuvor plötzlich verschwundenen Haare wahrscheinlicher ist.

Welches sind die Ursachen für kreisrunden Haarausfall?

Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse über die Auslöser der Alopecia areata. Allerdings verdichten sich die Hinweise, dass die Ursache dieser Art des Haarausfalls eine Autoimmunreaktion sein könnte, also eine Überreaktion des Immunsystems, dessen Abwehrzellen anstelle für den Körper bedrohliche Viren oder Bakterien anzugreifen, die Zellen in den Haarwurzeln attackieren. Diese entzünden sich und die betroffenen Haare fallen aus. Bei Biopsien der Kopfhaut an Patienten entdeckte man, dass im untersten Anteil der Haarfollikel - der Bulbusregion und der dermalen Haarpapille -  Lymphozyten und weitere Immunzellen eingedrungen waren, dicht gedrängt, wie ein Bienenschwarm.

Ein weiteres Indiz für eine Autoimmunreaktion als Ursache bei kreisrundem Haarausfall ist die Tatsache, dass einige Patienten an anderen Autoimmunerkrankungen leiden, wie der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), Neurodermitis oder Schilddrüsenerkrankungen wie der Basedow-Krankheit.

Ein zusätzlicher Aspekt ist die erbliche Komponente. Da in einigen Familien der kreisrunde Haarausfall gehäuft auftritt, liegt der Schluss nahe, dass die Veranlagung für Alopecia areata vererbt werden kann. Die Krankheit scheint zudem weibliche Patienten eher zu treffen als männliche.

Immer wieder wird gemutmaßt, ob bei kreisrundem Haarausfall außerdem Stress die Ursache sein könnte. Jedoch widerlegen das bisherige Untersuchungsergebnisse und Stress scheint nur eine Zusatzkomponente für diese Variante des Haarausfalls zu sein, die das Immunsystem aus der Bahn wirft und somit den Haarausfall verstärkt oder die als Trigger fungiert, statt als Grund des ausbleibenden Haarwachstums.

Auch Umwelteinflüsse oder Infektionen scheiden genau wie Stress als alleinige Auslöser für den kreisrunden Haarausfall eher aus.

Wie sieht die Behandlung der Alopecia areata aus?

In gewissen Situationen ist Abwarten die Therapieform der Wahl. Gerade wenn Sie keine der oben genannten Symptome aufweisen, die auf eine Vorbelastung hindeuten, sollten Sie in jedem Fall erst schauen, ob die Haare nicht von selbst nachwachsen. Vor allem bei Kindern ist die Nutzung von Medikamenten auch bei Haarausfall genau abzuwägen und Abwarten vorerst die beste Option. Ansonsten stehen Ihnen folgende Behandlungen zur Verfügung:

Zink: Eine sanfte Form der Therapie, die allerdings eher als Zusatzbehandlung gewertet wird, ist die verstärkte Gabe von Zink, die sich häufig positiv auf Haarausfall auswirkt. 

Kortison: Ist der Verlust der Haare sehr ausgeprägt, kann eine Behandlung mit Kortison die Immunreaktion unterdrücken und das Wachstum der Haare wieder ankurbeln. Das Steroidhormon wird dabei entweder direkt auf die kahlen Stellen aufgetragen oder unter die Haut der haarlosen Areale gespritzt. Bei kreisrundem Haarausfall beim Mann mit kahlen Stellen im Bart auch dort. Leidet der Patient an einer sehr ausgeprägten Form, kann über einen begrenzten Zeitraum Kortison als Stoßtherapie oral verabreicht werden, mit abnehmender Einnahmemenge. Leider kehrt die Entzündung an den Haarfollikeln manchmal nach Absetzen des Medikaments zurück und Ihre Haare können wieder ausfallen.

Diphenylcyclopropenon (DCP) und Cignolin: Eine Behandlung mit dem Kontaktallergen DCP, auch in Verbindung mit Cignolin, soll ein Ablenkungsmanöver für das Immunsystem darstellen. Wie funktioniert das? Diphenylcyclopropenon löst auf der Kopfhaut eine Allergie aus. Das Immunsystem beschäftigt sich bestenfalls mit eben dieser, statt die Zellen der Haarwurzeln zu attackieren. Oft kann der Haarausfall so gestoppt werden und die Haare wachsen nach drei bis sechs Monaten nach. Die Erfolgsquote liegt je nach Erkrankungsart zwischen 30 bis 80 Prozent, allerdings ist die Behandlung für schwangere Frauen oder für kreisrunden Haarausfall bei Frauen, die eine Schwangerschaft anstreben, nicht geeignet. Für eine Behandlung mit gleichem Ansatz aber anderem Wirkstoff, ist die Therapie mit Quadratsäure-Dibutylester eine Möglichkeit.

Psoralen mit UVA-Turban (PUVA): Bei dieser Therapie wird ein Tuch mit Psoralen getränkt und um die Kopfhaut gewickelt. Die Lösung erhöht die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber UVA-Strahlen. Anschließend wird der Kopf in mehreren Sitzungen mit UVA-Licht bestrahlt, um die aggressiven Immunzellen zu eliminieren. 

JAK-Hemmstoffe: Die Januskinasen sind intrazelluläre Enzyme, die an der Signalweiterleitung von der Zellmembran zum Zellkern beteiligt sind und übermitteln deshalb auch gewisse Entzündungssignale, die bei Alopecia areata an den Haarwurzeln den Beginn der Wachstumsphase blocken. Die sogenannten Januskinasen-Hemmstoffe unterbrechen bei lokalem Einsatz diese Kette der Entzündungssignale und das Haarwachstum setzt wieder ein. Diese Hemmstoffe werden auch gegen Rheuma- und Knochenmarkskrankheiten eingesetzt. Allerdings fallen die Haare beim Absetzen des Medikaments wieder aus und die Sicherheit der Anwendung ist nicht vollständig geklärt.

Wie also vorgehen bei plötzlichem Haarausfall?

Die Ursachen für kreisrunden Haarausfall sind nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass der Ursprung in einer Autoimmunreaktion liegt, für die eine erbliche Veranlagung besteht. Ein Dermatologe kann bei plötzlichem Haarausfall die entsprechende Diagnose stellen und eine Therapie entwerfen. Bei vielen Patienten ist Abwarten die Behandlung der Wahl, da diese Form des Haarausfalls oft von selbst innerhalb weniger Monate wieder verschwindet. Ansonsten stehen zahlreiche Arten der Therapie zur Verfügung.

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