Welche form der aknebehandlung ist geeignet?

Ob leichte, mittelschwere, schwere oder gar klinische Akne – für jeden Aknetyp gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Oftmals zeigt sich erst nach Wochen oder gar Monaten, ob eine Behandlung anschlägt. Auch wenn es etliche vielversprechende Mittel gibt, durchlaufen viele Akne-Patienten häufig mehrere Behandlungsdurchläufe, da man vorab nie genau weiß, welches Mittel Erfolg hat.
 

JEDE AKNE IST ANDERS

Die Hautkrankheit Akne vulgaris trifft viele Menschen im Laufe des Lebens, meist mitten in der Pubertät. Gerade juvenile Akne kann in so einer entscheidenden Phase des Erwachsenwerdens und der Selbstfindung die Lebensqualität erheblich einschränken. Das schlechte, teils entzündete Hautbild kratzt oftmals am Selbstbewusstsein und bereitet Neugeborenen wie Erwachsenen gleichermaßen Probleme.

Die Ursachen für Akne sind vielfältig, die therapeutischen Gegenmaßnahmen richten sich nach der Quelle der Hautkrankheit – etwa Medikamente, Kosmetika, Hormone oder schlichtweg eine genetische Veranlagung. Hinzu kommen Faktoren wie falsche Ernährung, übermäßige UV-Strahlung, Rauchen oder Alkoholkonsum, die allesamt Akne begünstigen, fördern oder gar verschlimmern können. All das ist bei jedem Menschen unterschiedlich und entscheidet auch über den Schweregrad der Krankheit. Genauso individuell ist daher auch die therapeutische Herangehensweise, um Akne wieder in den Griff zu bekommen.

PFLICHTTERMIN BEIM ARZT

Gerade weil Akne so vielfältig ist, muss unbedingt ein Arzt zur Ursachenforschung herangezogen werden. Allgemeinmediziner sind die beste Anlaufstelle für die erste Diagnose und Lösungsansätze. Je nach Situation übernimmt der Hautarzt (Dermatologe) die weitere Behandlung. Viele Dermatologen bieten neben Diagnose und Therapie auch eine Hautreinigung, spezielle Seifen und Peelings oder gar Laserbehandlungen gegen Akne an.

REZEPTPFLICHTIGE UND FREI ERHÄLTLICHE CREMES GEGEN AKNE

In Apotheken und Drogerien gibt es zahlreiche rezeptpflichtige und frei erhältliche Cremes und Gels. Zumeist helfen die speziellen Aknecremes gegen fettige Haut, Mitesser bzw. Pickel oder Hautrückstände. Die rezeptfreien Cremes und Gels können bereits gegen leichte Akne Erfolge zeigen, in vielen Fällen kommen sie aber in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es viele Produkte auf natürlicher Basis, etwa mit Teebaumöl oder Zink.

In rezeptpflichtigen Cremes stecken oftmals hochkonzentrierte Inhaltsstoffe wie Erythromycin, Clindamycin oder Tretinoin. Auf die betroffenen Stellen aufgetragen, bekämpfen sie u.a. bakterielle Infektionen oder lindern Hautentzündungen und Ekzeme. Aufgrund der hohen Konzentration kann es zu möglichen Nebenwirkungen wie Hautreizung und -rötung, Trockenheit oder Juckreiz kommen.

MEDIKAMENTE GEGEN AKNE

Wenn Aknecremes versagen oder die Hautkrankheit hartnäckiger als angenommen ist, braucht es den Expertenrat des Hautarztes. Der Dermatologe setzt eine medikamentöse Behandlung auf, bei der etwa medizinische Gels oder Tabletten zur oralen Einnahme verschrieben werden, um die Akne „von innen nach außen“ zu behandeln.

Beim Kampf gegen Akne haben sich Mittel wie Antibiotika oder Isotretinoin besonders verdient gemacht. Erstere wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Antibiotika wirkt den Aknebakterien entgegen, indem sie an der Bildung von Eiweiß gehindert werden und dadurch absterben. Isotretinoin hingegen ist einer der beliebtesten und wichtigsten Inhaltsstoffe im Kampf gegen mittelschwere und schwere Akne. Als Tablette oder Gel vermindert der Stoff die Talgbildung, wirkt entzündungshemmend und antikomedogen, also gegen Mitesser und Pickel. Strikt verboten ist Isotretinion hingegen für schwangere oder stillende Frauen.

Frauen greifen gegen hormonelle Akne oftmals auch zur Antibabypille. Die Pille reguliert den Hormonhaushalt und vermindert die Talgproduktion durch den Rückgang des männlichen Geschlechtshormons Androgen. Die Verhütungspille ist nicht ausschließlich zur Akne-Behandlung gedacht, aber wer nach einer guten Verhütungsmethode sucht und an hormoneller Akne leidet, kann hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Egal welches Medikament zum Einsatz kommt: Bei der Behandlung müssen stets mögliche Nebenwirkungen genaustens im Blick behalten werden. Verschiedene Medikamente können die Haut reizen, austrocknen und anfälliger gegenüber äußeren Einflüssen machen. Während der gesamten Behandlung sollten Sie einen guten Ausgleich mit feuchtigkeitsspendenden und hautberuhigenden Mitteln schaffen.

LASERTHERAPIE BEIM DERMATOLOGEN

Immer mehr Hautarztpraxen bieten eine Lasertherapie an, um diverse Hauterkrankungen in den Griff zu bekommen. Der Laser erhitzt das Hämoglobin im Blut und in Kapillaren unter der Haut. Dabei wird der oberen Hautschicht Sauerstoff entzogen, sie blättert ab und schafft Platz für neue gesunde Haut. Die Laserstrahlen können im Fall von Akne besonders entzündliche Pickelausbrüche oder überschüssigen Talg sowie Aknenarben entfernen – aber niemals zu 100 Prozent. Die Laserbestrahlung kann in mehreren Therapiesitzungen sehr präzise Ergebnisse liefern, doch nicht jeder Hauttyp reagiert gleich gut auf diese Behandlungsmethode.

OBACHT VOR SCHÄDLICHEN EINFLÜSSEN

Egal wie die Therapie gegen Akne aussieht, ebenso wichtig ist die Minimierung von schädlichen Faktoren, die Akne fördern oder verschlimmern können. Gute Hygiene ist ein wesentlicher Faktor für die Wirksamkeit und Verträglichkeit aller Akne-Therapien. Übermäßige Hygiene, etwa mehrmals täglich duschen, kann die Haut austrocknen oder zusätzlich reizen. Auch Sonne ist sehr schlecht für akne-affine Haut. Kosmetika und Make-up-Produkte sollten keine komedogenen Inhaltsstoffe wie Paraffinwachs, Kokosöl oder Vaseline enthalten. Diese verstopfen die Poren und können Unreinheiten fördern. Auch eine ungesunde, sprich sehr zucker- und fettreiche Ernährung, chronischer Wassermangel oder ungenügender Schlaf gepaart mit übermäßigem Stress können Akne begünstigen oder weiter verschlimmern.

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