Chronisches Telogen-Effluvium: Informationen über den physiologischen Mechanismus im Spiel
Anders als bei reaktionärem Haarausfall, der in der Regel drei bis vier Monate nach einem auslösenden Faktor auftritt, gilt der Haarausfall als chronisch, wenn er über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten fortschreitet. Der wissenschaftliche Begriff für diesen Zustand ist chronisches Telogeneffluvium. Schilddrüsenerkrankungen, Anorexie, Eisenmangel (mit oder ohne Anämie) sowie bestimmte medikamentöse Behandlungen (Retinoide, Antikoagulanzien, Blutdrucksenker, Antikonvulsiva usw.) gehören zu den Ursachen. Diese Art von Haarausfall führt zu einer kürzeren Anagenphase, was wiederum zu kürzerem Haar führt, das den Haarzyklus schneller durchläuft und häufiger ausfällt.
Der Haarausfall bei chronischem Telogenem Effluvium ist weniger ausgeprägt als bei akutem Telogenem Effluvium (gelegentlicher Haarausfall). Letzteres tritt in der Regel sporadisch im Laufe mehrerer Jahre bei Frauen mittleren Alters auf, die ursprünglich dichtes, glänzendes Haar hatten. Sie klagen über eine geringere Länge und ein geringeres Volumen.