Psoriasis Medikamente zur Behandlung von Schuppenflechte

Die Schuppenflechte ist auf den ersten Blick eine rein äußerliche Erkrankung der Haut, die sich durch rote, schuppige und juckende Hautstellen zeigt und mit Cremes, Lotionen und Salben gelindert werden kann. Auf den zweiten Blick handelt es sich aber um eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper durch die übermäßige Produktion von Hautzellen gegen sich selbst kämpft. Um diesen Prozess zu stoppen oder zu verlangsamen, kommen Psoriasis Medikamente zum Einsatz. Auf die medikamentöse Behandlung in Tablettenform wird insbesondere dann zurückgegriffen, wenn sich die Schuppenflechte besonders großflächig ausbreitet und Cremes und Salben keine Hilfe mehr sind.

Welche Wirkstoffe und Medikamente helfen bei Schuppenflechte?

Bei den Therapiemöglichkeiten für die Psoriasis unterscheiden Mediziner zwischen einer äußeren und einer inneren Behandlung. Während sich die rein äußerliche Behandlung auf die konkreten Symptome der Psoriasis konzentriert und die schuppige und juckende Haut durch Cremes, Salben, Lotionen und Lichttherapie bekämpft, umfasst die innere Behandlung die Einnahme von Psoriasis Medikamenten oder Biologika. Aber auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung bei Psoriasis kann weitestgehend zur inneren Behandlung gezählt werden. Tritt die Schuppenflechte in der Schwangerschaft auf, wird von zahlreichen Psoriasis Medikamenten gänzlich abgeraten. Doch die Forschung zur Entwicklung und Vermarktung neuer Medikamente und Wirkstoffe zur Therapie von Schuppenflechte ist in vollem Gange. Die medikamentöse orale Behandlung von Schuppenflechte erfolgt aktuell zumeist mit einem der folgenden Arzneien:

Methotrexat

Dieses Medikament begrenzt die Zellproliferation. Es wird seit vielen Jahren zur Therapie bei Psoriasis verwendet und der Wirkstoff ist in Form von Tabletten oder Injektionen erhältlich. Vorsicht! Diese Behandlung ist insofern ungewöhnlich, als dass sie einmal pro Woche und nicht einmal täglich eingenommen wird. Sie kann allein oder in Kombination mit einer Biotherapie vorgenommen werden.

Cyclosporin

Dieses Medikament ist ein Immunsuppressivum, das regelmäßig bei Organtransplantationen eingesetzt wird. Cyclosporin kann aufgrund bestimmter unerwünschter Wirkungen, einschließlich schwerer Nierentoxizität, nicht langfristig verabreicht werden. Andererseits kann eine ein- oder zweijährige Behandlung dem Patienten mit Schuppenflechte helfen, ein kritisches Stadium der Entzündung zu überwinden und die Aktivität der Psoriasis zu begrenzen.

​Acitretin

Dieses Mittel reguliert die Aktivität der Keratinozyten (Hautzellen). Seine Verwendung ist wegen seines teratogenen Charakters, also Embryonen schädigende Wirkung, insbesondere bei jungen Frauen im gebärfähigen Alter stark eingeschränkt. Die Anwendung einer wirksamen Verhütung und eine genaue Überwachung sind deshalb dringend notwendig.

Apremilast

Dieses neue Medikament zielt auf entzündliche Prozesse ab. Es ist gut verträglich, obwohl über einige Verdauungsprobleme berichtet wurde. Patienten können auch Stimmungsstörungen entwickeln, die zwar selten sind, aber durchaus ernst sein können.

Biologika

Die Einführung hochwirksamer Biologika wie TNFα-, IL-17- oder IL-23-Antagonisten hat die Psoriasis Therapie deutlich erweitert. Denn diese Medikamente sind auch zur Langzeitbehandlung und zur Therapie bei Psoriasis-Arthritis geeignet. Bei einem Biologikum handelt es sich um ein Medikament, das aus Zellkulturen hergestellt wird. Die speziellen Eiweißstoffe gleichen den natürlichen Strukturen unserer Immunabwehr und können daher entzündungsfördernde Substanzen im Körper zielgerichtet blockieren. Sie werden zumeist angewendet, wenn eine der konventionellen Therapien mit den Basis-Medikamenten erfolglos blieb. Das Biologikum wird unter die Haut gespritzt oder als Infusion verabreicht.

Gibt es Nebenwirkungen bei Psoriasis Medikamenten?

Wie fast alle Arzneien haben auch die üblichen Psoriasis Medikamente bekannte Nebenwirkungen. Je nach eingenommenen Mittel zählen zu den unerwünschten Begleiterscheinungen: Müdigkeit, Verdauungsstörungen, Haarausfall, Leberschäden, brüchige Nägel und Haare, ein geschwächtes Immunsystem (Biologika) sowie trockene Haut und Lippen. Deshalb wird die tägliche Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Hautpflegeprodukten empfohlen – genauso wie regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei der Einnahme von Psoriasis Medikamenten.

Gibt es Tabletten gegen Juckreiz bei Schuppenflechte?

Für viele Betroffene ist der Juckreiz der Schuppenflechte eine reine Qual, die einerseits zu Schlaflosigkeit und andererseits zu dauerhaften Schmerzen führen kann. Als reine Therapie gegen die juckenden Hautstellen verschreiben Dermatologen sogenannte Antihistaminika, Kortison-Präparate oder andere Wirkstoffe, die den Juckreiz mildern können. Kurzfristige Linderung verschaffen auch kalte Umschläge, regelmäßiges Eincremen und kühle Raumluft.

Psoriasis und Betablocker: Geht das zusammen?

Fast jeder Dritte in Deutschland leidet unter Bluthochdruck und hat damit ein erhöhtes Risiko an Psoriasis zu erkranken. Umgekehrt gilt dasselbe: Wer an einer Schuppenflechte leidet, neigt zu einem erhöhten Blutdruck. Werden dann auch noch blutdrucksenkende Mittel wie Betablocker verschrieben, erhöht sich das Risiko für eine Psoriasis zusätzlich. Denn insbesondere fettlösliche Betablocker stören scheinbar den Abbau beschädigter Zellbestandteile, was letztlich eine (erneute) Immunreaktion und damit die Psoriasis auslöst.

Welche Medikamente können Schuppenflechte auslösen?

Unsere genetische Veranlagung ist eine wesentliche Ursache der Psoriasis. Doch erst bestimmte Trigger sorgen dafür, dass sich die Schuppenflechte auch in all ihrer Symptomatik zeigt – oder eine bereits vorhandene Psoriasis verschlimmert. Zu diesen Auslösern zählen auch einige Medikamente wie z. B. ACE-Hemmer, Betablocker, Kalziumkanalblocker, Antidepressiva, Malaria- und Rheumamittel (z. B. Chloroquin) und bestimmte Antibiotika (z. B. Makrolide). 

 

Wird die Schuppenflechte durch die Pille beeinflusst?

Wie es scheint, haben auch Hormone einen Einfluss auf den Verlauf der Psoriasis. Das lässt sich gut in der Schwangerschaft beobachten, wenn die Schuppenflechte zu Beginn oftmals weniger wird und nach der Geburt wieder verstärkt ausbricht. Es herrscht allerdings noch Uneinigkeit über die konkreten Zusammenhänge zwischen Hormonen und Schuppenflechte. Es lässt sich auch nicht vorhersagen, bei welchen hormonellen Veränderungen was genau passiert. Das trifft auf die Schwangerschaft genauso wie auf die Stillzeit, Wechseljahre und medikamentöse Hormongaben wie die Pille zu. Wichtig ist auch noch die Wirksamkeit der Pille bei gleichzeitiger Einnahme von Psoriasis Medikamenten zu beachten. Handelt es sich beispielsweise um eine progesteronhaltige Pille, kann die Verhütung durch die Einnahme von Ciclosporin beeinträchtigt sein.

Wann sind Medikamente gegen Schuppenflechte sinnvoll?

Tritt die Psoriasis großflächig auf und helfen äußere Behandlungen mit Cremes und Salben nicht mehr weiter, dann sind spezielle Medikamente, die von innen heraus wirken, sehr sinnvoll. Sie zielen auf die entzündlichen Prozesse ab und verringern die Überaktivität der Zellerneuerung. Wichtig ist in jedem Fall die Absprache mit dem Hautarzt und die Klärung der Wechselwirkung mit anderen Medikamenten wie z. B. Betablocker oder auch der Pille.

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